Das Aldeiner Dorfmuseum

Ein Dorfmuseum im üblichen Sinn darf man sich hier nicht erwarten. Weder bäuerliche noch handwerkliche Geräte sind ausgestellt.

Vielmehr bekommt man eine erstaunliche Anzahl sakraler Gegenstände aus der Barock- und Rokokozeit zu sehen. Die Pracht der liturgischen Geräte und Gewänder und die Vielfalt der Reliquienschreine und Bildtafeln zeugen von Heiligenverehrung, Wallfahrtswesen und Frömmigkeitsformen durch die Jahrhunderte.

Wegen seiner Schönheit in Form und Material ist ein barocker Kelch (Augsburger Arbeit von 1750) besonders erwähnenswert. Aus Bozen stammen die vielen silbernen Gürtlerarbeiten und aus der Fleimser Schule die Fahnentafeln. Porträts zeigen große Persönlichkeiten aus Aldein: Kardinal Johann Baptist Franzelin, einziger Kardinal aus Südtirol;  Freiherr Andreas Alois Dipauli von Treuheim, Präsident des Appellations- gerichtes von Tirol und Vorarlberg; Propst Josef Kalser, letzter Dompropst von Bozen und Dr. Toni Ebner, Chefredakteur der Zeitung „Dolomiten“ und langjähriger Abgeordneter im römischen Parlament und im Europaparlament. Zwei Porträts zeigen auch die Stifter des Thalbenefiziums, Johann Josef und Johann Georg von Baroni zu Ehrenfeld. Die Vielzahl der Exponate kann hier nur kurz gestreift werden.

Zur Geschichte des Museums

Am 29. August 1989 begutachtete Landeskonservator Dr. Karl Wolfsgruber im Auftrag der Kurie die alten sakralen Gegenstände aus der Pfarrkirche, aus der Kapelle im Alten Widum und ganz besonders viele aus der Kapelle Maria Schnee. Sichtlich beeindruckt von der hohen künstlerischen Qualität und Vielfalt der Gegenstände stellte er fest: „Absolut museumsreif!“

Zur Sicherung dieser Schätze überließ sie die Kurie dem Museumsverein mit der Auflage, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Alfons und Josef Matzneller bereiteten die Exponate für die Ausstellung in einem unentgeltlich zur Verfügung gestellten Raum der Raiffeisenkasse Deutschnofen-Aldein vor. Besonders viel Zeit erforderte das Putzen und
Polieren der Gürtlerarbeiten.

Am 26. Mai 1990 wurde das Museum schließlich eröffnet. 1998 folgte die Übersiedlung in größeren Räumlichkeiten im 1. Stock des alten Schulhauses. Anfang Juni 2000 kam ein Raum dazu, in dem die Stiftungen von Dr. Widmoser und Dr. Gruber, dem Gründer des Museumsvereines, zu sehen sind. Dabei handelt es sich um private Sammlungen von Gemälden, Holzschnitten, Münzen, Medaillen und um Gegenstände sakraler Natur.

Fern der bekannten Kunst- und Kulturzentren, in einem entlegenen Dorf am Berg, kann man im Dorfmuseum Aldein so manches überraschende
Kleinod entdecken.

Reinhart Pichler


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