Bozen

 

Ein kunsthistorischer Rundgang
durch die Altstadt

Der Rundgang beginnt am zentral gelegenen Waltherplatz, der 1808 durch Kaiser Maximilian von Bayern erbaut und Maximiliansplatz genannt wurde. Seit 1901 heißt der Platz Waltherplatz, in dessen Mitte das Denkmal von Walther von der Vogelweide, dem großen deutschen Dichter und Minnesänger, steht. Der Platz ist gesäumt von schönen Profanbauten in teils neuklassischem, teils modernem Stil erbaut.

Besonders schön ist der gotische Dom an der Südwestseite des Platzes. Die ehemalige Stadtpfarrkirche, heute Bischofskirche, entstand um 1280 und wurde in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts vollendet. Besonders sehenswert sind das romanische Portal, die Fensterrose, der 65 m hohe Kirchturm aus Sandstein, die freigelegten Fresken, die spätgotische Kanzel und der barocke Hochaltar aus buntem Marmor.

Westlich des Domes liegt der Dominikanerplatz mit der gleichnamigen Kirche und dem angrenzenden Kreuzgang. Die Fresken im Inneren stammen aus der paduanischen Giotto-Schule und sind von großer künstlerischer Bedeutung. Im Kreuzgang sind Fresken von Friedrich Pacher zu erwähnen.

Vom Dominikanerplatz aus erreicht man über die Goethestraße den farbenprächtigen Obstmarkt mit dem Neptunbrunnen. Nördlich des Obstmarktes sind die Franziskanerkirche und der Kreuzgang sehenswert. Neben den wertvollen Freskenzyklen aus der Schule Giottos ist der Flügelaltar von Hans Klocker (1500) eines der schönsten gotischen Kunstwerke in den Bozner Kirchen.

Zurückgekehrt zum Obstmarkt beginnt rechts die Museumsstraße, an deren Ende sich das Archäologische Museum befindet, in dem die Gletschermumie aus den Ötztaler Bergen, kurz „Ötzi“ genannt, zu besichtigen ist. In der mit der Museumsstraße kreuzenden Sparkassenstraße ist das Stadtmuseum sehenswert. Am Obstmarkt beginnt auch die Laubengasse, die meistbesuchte Einkaufsstraße der Stadt und das Herzstück des Bozner Handels mit den vielen traditionsreichen, elegant und raffiniert ausgestatteten Schaufenstern und Geschäften. Die Fassaden sind mit schönen Erkern ausgestattet und geben Zeugnis vom frühen Reichtum der handelstreibenden Bozner Familien.

Von dieser Laubengasse aus erreicht man rechter Hand den Kornplatz, wo früher der Getreidemarkt stattfand und wo das malerische Gebäude, das „Waaghaus“ (1634), steht. Es war bis 1780 Sitz der öffentlichen Waage. Einst standen an der Stelle des Kornplatzes das von Meinhard II von Tirol zerstörte Schloss der Fürstbischöfe von Trient und die im Jahre 1785 abgerissene Andreaskirche. So wird angenommen, dass es sich hier um den ältesten Teil der Stadt handelt. Malerisch schön sind auch die Straßen, die man von der Laubengasse aus besuchen kann.

Wer nach dieser Stadtbesichtigung noch Lust und Zeit hat, kann einen Abstecher nach Gries, einem Vorort Bozens gegen Meran hin, machen, um dort die Stiftskirche zu besuchen, die mit Fresken und Tafeln des bekannten Tiroler Malers Martin Knoller geschmückt ist. Die alte Grieser Pfarrkirche nördlich des Platzes birgt zwei außergewöhnliche Kunstschätze: den Flügelaltar von Michael Pacher (1471 – 75) und das romanische Holzkreuz aus dem 13. Jh. Ein Rundgang durch Bozen lohnt sich auf alle Fälle – und damit vielleicht ein kleiner Einkaufsbummel in der heiteren Atmosphäre der Stadt.


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