Gelebtes Brauchtum
Sagen erzählen
Ob Sie durch die Bletterbachschlucht wandern, zum Göllersee spazieren oder beim sogenannten Rosssprung weit über das Etschtal blicken: Die reiche Aldeiner und Radeiner Sagenwelt verfolgt Sie auf Schritt und Tritt . Hier weiß man noch von verborgenen Schätzen, von Riesen und Edelfrauen, vom Teufel und von Hexen sowie von allerlei Unbegreiflichem, Unheimlichem und Geheimnisvollem zu berichten:
Die Sage vom Riesen Grimm
Der Riese Grimm, der auf Jochgrimm zwischen Weiß- und Schwarzhorn hauste, raubte eines Tages die schöne Tochter eines Edelmannes aus dem Eggental. Er brachte sie auf seine Burg in den Bergen und nahm sie zur Gemahlin. Um sie zu befreien, bat der Vater des Mädchens den berühmten Recken Dietrich von Bern um Hilfe. Diesem gelang es, in einem Zweikampf in der Salurner Klause den Riesen zu bezwingen. Wutentbrannt zog sich darauf in der Hüne auf seinen Berg zurück. Die nachrückenden Rier bewarf er mit riesigen Felsbrocken, die er aus dem Fundament des Weißhorns riss. Die Spitze des Berges stürzte ein und begrub nicht nur die Rier sondern auch den Riesen samt seiner Gemahlin unter den Trümmern. Das Blut der Getöteten färbte die Wand unter dem Gipfel rot; sie hebt sich heute noch deutlich von dem umliegenden weißen Dolomitgestein ab.
Aldeiner Sagen aus Kindermund
Sagen werden üblicherweise mündlich weitergegeben. In Aldein dagegen erzählen Volksschulkinder im Büchlein „Aldeiner Sagen aus Kindermund“ unter anderem vom Riesen Grimm und seiner Frau Hilde, die am Jochgrimmpass gehaust haben sollen, vom Hexenstein, bei dem sich die Hexen zur Walpurgisnacht versammelten und von einem Grafen, der seine Seele dem Teufel versprochen hatte.
Hier finden Sie eine kleine Kostprobe aus dem Büchlein, das im Besucherzentrum GEOPARC Bletterbach, im Geomuseum in Radein, im Tourismusverein Aldein und in einigen Geschäften in Aldein erhältlich ist (€ 5,-):
Der betrogene Teufel
Vor vielen Jahren lebte ein alter Mann. Er hieß Hans und hatte oft mit dem Teufel zu streiten. Eines Tages erschien ihm der Teufel mit einem Sack in den Händen. Der Sack war voller Gold und der Teufel warf ihn vor die Füße des alten Hans. Er sagte zu ihm: „Ich schenke dir das ganze Gold, wenn du mir einen Teil deines Körpers gibst!“ Hans dachte nicht lange nach, denn er hatte eine gute Idee. Er verrichtete seine Notdurft und warf den Kot auf den Teufel. Dann sagte Hans: „Hier hast du einen Teil meines Körpers!“ Darauf verschwand der Teufel im Handumdrehen. Hans war froh, dass er nun den Sack voller Gold hatt e, und lief schnell nach Hause.
Nacherzählt von: Alexander, Andreas, Christin, Florian, Johannes, Lorena, Simone, Thomas, Tobias und Vanessa, 3.Klasse.
Diese Sage wurde von dem bekannten Südtiroler Maler Ignaz Stolz auf fünf Bildern dargestellt, die im großen Speisesaal des „Zirmerhofes“ in Radein zu sehen sind.
Tinzltag
Ein wichtiger Tag im Kinderbrauchtum Aldeins ist der letzte Fasnachtag, der hier „Tinzltag“ genannt wird oder auch „Kinderkirchtag“. Es ist der Tag der Schulkinder. Die Buben ziehen mit reichem Hutschmuck, der aus Bändern in vielen Farben, aus Pfauenfedern und Flitterwerk besteht, zur Kirche, die Mädchen mit einem Myrtenkränzchen auf dem Kopf und womöglich versehen mit einer weißen Schürze. In der Kirche nehmen sie an der hl. Messe teil, die eigens für sie gefeiert wird. Anschließend ist Opfergang. Darauf stürmen die Kinder heraus aus der Kirche und tummeln sich auf dem Dorfplatz. Dabei werfen die Lehrer „Zuckerlen“ aus, die Kinder selber Papierschlangen und ähnliches. Dann formiert sich der Zug um den „Tiergarten“. Schreiend, jodelnd und singend ziehen die Kinder um den Tiergarten. Danach tummeln sich die Kinder noch etwas auf dem Dorfplatz. Die Schützenkompanie von Aldein kümmert sich um die Pfl ege dieses für unseren Ort ganz besonderen Brauchtums. Alle haben ihre Freude daran: Kinder, Erwachsene und Feriengäste.
Der Almabtrieb in Aldein
Anfang September findet in Aldein der Almabtrieb statt – ein einmaliges Ereignis. Kühe, Kälber und die Schottischen Hochlandrinder werden auf den Aldeiner Almen – Auerlegeralm, Schönrastalm, Neuhütt – zusammengetrieben und mit schönem Blumenschmuck geschmückt, anschließend beginnt der „Heimweg“. Die Tiere kommen gegen 11 Uhr im Dorf an, wo ein Dorff est stattfindet. Während die Tiere sich ausruhen und grasen, gibt es für die Hirten, für die Einwohner des Dorfes und für alle Gäste eine Stärkung für Leib und Seele. Verschiedene Musikgruppen spielen zum Tanz auf, die Volkstanzgruppe und verschiedene Darbietungen warten auf Sie.
Haben Sie Fragen? – Wir helfen Ihnen gerne weiter:
Tourismusverein Aldein-Radein-Jochgrimm
Fon +39 0471 886 800 - Fax +39 0471 886 666 - info@aldein-radein.com
Tourismusbüro ganzjährig geöffnet:
Montag–Freitag jeweils von 8 – 12 und 15 – 18 Uhr
Juli-Oktober auch samstags von 8 – 12 Uhr
Copyright © 2011 Tourismusverein Aldein-Radein-Jochgrimm. Alle Rechte vorbehalten.






